Das Bison Helen

Nach einer wahren Begebenheit »Mein Name ist Helen. Die Welt, in der ich lebe, ist dunkel. Sehr dunkel. Schwarz. Kein Licht, kein Schatten. Meine Welt kennt keine Farben. Nicht einmal Ansätze von Schattierungen. Nichts. Nur tiefschwarze Dunkelheit. Von Anbeginn, denn ich kam blind zur Welt. Meine anderen Sinnesorgane, wie beispielsweise das Gehör und der Geruchssinn, müssen meine Blindheit ausgleichen, indem[…]

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Der Kugelschreiberplanet

Eloween entschied sich für die Gedanken. Für Erinnerungen, um genau zu sein. Damit wurde Gott auf Engel Eloween aufmerksam, denn bislang war niemand auf diese Idee gekommen. Aber bevor er Eloween seine ganze Aufmerksamkeit schenkte, bat er erst die anderen Engel, ihm ihre Entscheidungen kundzutun. Die gesamte Engelschar zu befragen, bedurfte Gott nur einer Sekunde. Diese dauerte allerdings etliche Stunden,[…]

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Wie ein Blatt im Wind

Ihr Atem wird langsamer. Ein seichtes, pfeifendes Geräusch entweicht ihren alten Lungen. Ich lausche, wage nicht, mich zu bewegen, während ich darüber nachdenke, wie viele Male eine neunzigjährige Lunge den lebensnotwendigen Sauerstoff ein- und ausgeatmet hat. Ihr Körper fühlt sich ungewöhnlich an. Fremd. Kantig. Eine Skulptur aus Stein gemeißelt. Dennoch vernehme ich einen angenehmen Geruch. Seife. Ein leichter Duft. Kein[…]

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„Schlaflos“

  Ich komme nicht zur Ruhe. Wilde Gedanken treiben sich in meinen Kopf herum, wie die Seelen ertrunkener Seeleute in den dunklen Tiefen der Meere. Es rattert in meinem Gehirn, wie ein Zug mit vollbeladenen Kohlewaggons auf alten Schienen und undefinierbare Bilder machen gazellenartige Sprünge durch Zeit und Raum. Polaroidfotos aus all meinen Zeiten und Taten und Drängen kommen und[…]

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Ein Gedankenbericht über London

Mein Flieger landete unsanft. Nicht Heathrow. Etwas weiter außerhalb. Nachts.Jetzt begann das Abenteuer „London“. Den Leihwagen hatte ich via Internet angemietet. Die Formalitäten am Schalter mit der netten Britin schnell geklärt. „Sind sie Amerikaner?“„German.“„Ihr Akzent? Wie ein Amerikaner.“ Es lag wohl daran, dass ich müde war.Danach zum Parkplatz. Tausende von Leihwagen. Irgendwann fand sich das von mir gemietete Fahrzeug. Ein[…]

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„Meeressymphonie“

… und das Meer scheint unermüdlich und unbeirrbar, und es formt immer neue Kronen aus Gischt zu wilden Gesichtern, und es krönt sich wieder und wieder selbst, und aufs Neue. Es dirigiert und komponiert Geräusche und Formen und Farben zu einer Symphonie, die Chopin tief beeindrucken würde. Es schüttelt sich und rollt wie Beethoven, schäumt fast schon über vor unbändiger[…]

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In stiller Nacht

In stiller Nacht In Sturm und wilden Fackeln, die an beider Seiten Wege die Nacht erhellten und gleich wie Elfen tanzend mit den Schatten auf den Wiesen und Feldern wetteiferten und mehr irreführten, denn Begleitung hießen, verließest du dein eigenes Dach und deinen, unseren Hof; denn da nun war die Zeit gereift für dich, inmitten dieses Zusammenspieles aus Wind und[…]

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