Ich, Ikarus

Trunken voller Übermut
Beflügelt durch des Wahnsinns Schwingen
Wollt ich den Flug gen Himmel wagen
Mich in die Lüfte bringen
In Eifer, Taumel, Freudentanz
und blinder Ignoranz
Auf, auf, hinauf; In Drang und Tat
Noch höher hinauf und immer höher
In selbstverliebter Eigenart
Steig ich wie ein Vogel auf und ...
Fliege!
Ein Traum wird wahr
Niemals je war ich dem Himmel so nah
Doch weh, weh mir, welch' Narrentat
Hält dieser Traum
Der so wild und wunderbar
Für mich parat
Erkenntnis zeigt sich mir
Das Unheil unabdingbar naht
Zu spät!
Zu spät scheint das Gelingen
So hoch zu fliegen
Um auf die Sterne noch zu springen
Es ist nicht mehr, es war
Ich, Ikarus!
Der Sonne viel zu nah
Und sorge mich und wehre mich in Tränenwut
Ich wage nicht, verlier' den Mut
Ich stürze aus den hohen Lüften
Es rinnt der Wachs der stolzen Flügel
Hinab wie meine Tränen
Vorbei ist es mit Himmelsdüften
Ich fall' hinab, ich stürze ab
Entgeh' dem Tode Unheil knapp
Der Traum zerbricht, entzwei
Vorbei
Ist's nun mit Ruhm und Ehr'
Vorbei der Traum
Er wiegt so schwer
Doch das Erwachen noch viel mehr
So sehr, so sehr
Ich doch gern Ikarus wär'